Baku und die falsche Offenheit

Aserbaidschan: Gemeinde ab sofort illegal

(Open Doors) – In Aserbaidschan – die Hauptstadt Baku ist am 26. Mai Austragungsort des 57. Eurovision Song Contest – können Christen ihren Glauben nicht frei leben. Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex steht das Kaukasusland auf Platz 25. Der Staat beobachtet alle religiösen Aktivitäten und errichtet mit neuen Gesetzen immer größere Hürden für kirchliche Aktivitäten. Immer wieder werden Versammlungshäuser – christliche wie muslimische – geschlossen, weil ihnen die Anerkennung fehlt. Doch in Privaträumen darf auch nicht angebetet werden. Jedes religiöse Treffen ist strafbar und kann zu empfindlichen Bußgeldern führen. Doch ist eine staatliche Registrierung für Gemeinden kaum zu bekommen. Zwar behauptet die Regierung auf internationaler Bühne, es gebe im Land ein hohes Maß an religiöser Toleranz, doch die Praxis zeigt, wie Christen in die Illegalität getrieben werden – und somit legal verfolgt werden können.

Gottesdienst strafbar

Ende April gab ein Bakuer Gericht – nach Monaten des Bangens der Gemeindemitglieder – der Klage des staatlichen Komitees für religiöse Organisationen Recht. Damit ist die protestantische „Greater Grace Church“ in der Hauptstadt Baku offiziell aufgelöst. Denn der Gemeinde fehle die Neuregistrierung. Jede weitere Aktivität ist strafbar. Dabei war die Gemeinde seit 1993 staatlich erkannt. Mit dem Richterspruch wurde ein Exempel statuiert. Denn erstmals seit Erlass des neuen Religionsgesetzes im Jahr 2009 – mit dessen Pflicht zur Neuregistrierung auch bereits anerkannter Gemeinden – wurde einer religiösen Gemeinschaft das Existenzrecht aberkannt und diese gerichtlich aufgelöst. Bis Januar 2010 hätten alle religiösen Gruppen ihre Registrierung erneuern müssen. Jedoch ist seit diesem Datum keine neue Gemeinde anerkannt worden. Die Gemeinde will das Urteil nicht akzeptieren und vor lokale Gerichte ziehen und wenn nötig den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg bringen.

Bitte beten Sie für die Christen in Aserbaidschan, dass sie ermutigt werden, trotz dieser Zermürbungsstrategie fest im Glauben und in der Einheit zu stehen.

Quelle: mit Forum 18, Oslo

Nachricht bereitgestellt von Open Doors Deutschland


So weltoffen, wie sich Aserbaidschan mit der Austragung des Eurovision Song Contest gibt, ist es nicht. Ob Sie die Veranstaltung unterstützen oder Solidarität mit den bedrängten Christen zeigen – das entscheiden Sie selbst. Es gibt Alternativen für den Fernsehabend: z.B. Bibel.TV. Dort läuft am Samstagabend um 20.15 Uhr ein Film über Paulus. Auch hier geht es um Christenverfolgung. Aber sehen Sie selbst, welche Wendung die Geschichte nimmt. Oder Sie hören sich ab 21.50 Uhr ein Live-Konzert mit Albert & Andrea Frey an: Mitreißende Melodien aus München. Wozu Baku?

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.